ÜBER UNS

Seit Generationen wird in der Familie Hörz Landwirtschaft in Filderstadt-Bonlanden betrieben. 1989 übergab Wilhelm Hörz den Hof an seinen Sohn Jörg Hörz. 1995 haben sich Jörg und Beate Hörz entschieden den Hof nach den Richtlinien und unter der Kontrolle des Bioland-Verbandes umzustellen. Bioanbau bedeutet für uns aktiven Umweltschutz und einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen. 2001 folgte der Schritt vom Nebenerwerbs- zum Vollerwerbsbetrieb und 2003 dann die Aussiedlung vom Ortskern ins Bühlerfeld.

Heute werden mit inzwischen über 50 Mitarbeitern eine große Vielfalt an Gemüse angebaut und über den Lieferservice Die Grüne Kiste, Hofverkauf, Wochenmarkt, verschiedene inhabergeführte Ladner in Stuttgart und Tübingen und über den Biogroßhandel vermarktet.

Ökologischer Anbau ist für uns tiefe Überzeugung und Herzenssache.

Mit verschiedenen Hoffesten und Events öffnen wir immer wieder unsere Türen für Interessierte.

2. PLATZ BEIM LANDESWETTBEWERB "BESTES BIO-BETRIEBSKONZEPT BADEN-WÜRTTEMBERGS"

Mit dem Förderpreis „Bestes Bio-Betriebskonzept Baden-Württembergs“ zeichnete das Land Baden-Württemberg 2021 erstmals drei besonders innovative und regional engagierte, landwirtschaftliche Bio-Betriebe im Land aus. Die Bäuerinnen und Bauern konnten sich im mit ihren Betriebskonzepten bewerben. Eine Fachjury aus Wissenschaft, Wirtschaft, landwirtschaftlichen Interessenverbänden und Verwaltung wählte die Gewinner aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative und kreative Betriebskonzepte von Ökobetrieben in Baden-Württemberg zu honorieren und sichtbar zu machen.

„Die drei heute ausgezeichneten Betriebe erbringen herausragende Leistungen zur Stärkung des Ökolandbaus in Baden-Württemberg. Die innovativen und zukunftsweisenden Betriebskonzepte sowie das wertvolle Engagement der Betriebe für regionale Wertschöpfungsketten sind vorbildlich. ​ Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen bei ihrem Einkauf bewusst nach Bio aus​ Baden-Württemberg. Um die steigende Nachfrage befriedigen zu können, brauchen wir innovative Betriebe, die fit für die Zukunft sind“ sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, bei der Preisverleihung in Bollschweil (Landkreis Breisgau- Hochschwarzwald) am 3. August 2021.

Für den im Frühjahr 2021 ausgeschriebenen Förderpreis bewarben sich über 30 ökologisch bewirtschaftete, landwirtschaftliche Betriebe aus ganz Baden-Württemberg.

Wir als gesamtes Team freuen uns sehr über den 2. Platz und sind dankbar für diese Anerkennung! Mit über 80 verschiedenen Kulturen, unserem hofeigenen Zero-Waste- & Energiekonzept, vielfältigen Vermarktungsstrukturen (Lieferkiste, Selbstabholerkühlzelle, Hofladen und Markt), einem herausragenden Einsatz für den Berufsstand sowie diversen wohltätigen Projekten konnten wir die Fachjury überzeugen.

Gewonnen haben unsere Kolleg:innen vom Reyerhof in Stuttgart-Möhringen. Der dritte Platz wurde an Sonners Heinehof in Bollschweil bei Freiburg verliehen.

Wir hoffen, dass diese Aktion dazu beiträgt andere Landwirtschaftliche Betriebe zu inspirieren, auf nachhaltige Bio-Konzepte umzustellen.

Weitere Informationen:

http://www.reyerhof.de

http://www.heinehof.de

In der Presse:

Zeitungsartikel

https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/auszeichnung-der-gewinner-des-ersten-foerderpreises-bestes-bio-betriebskonzept-baden-wuerttembergs/

https://www.agrar-presseportal.de/nachrichten/minister-peter-hauk-mdl-diese-drei-bio-betriebe-leisten-mit-ihrem-engagement-einen-wertvollen-beitrag-zur-regionalen-oekologischen-landwirtschaft-und-wertschoepfung-im-land_article30640.html

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/bw-biobetriebe-ausgezeichnet-100.html

 

ANBAU

2003 sind wir mit unserem Betrieb vom Ortskern ins Bühlerfeld am Rand von Bonlanden ausgesiedelt. Hier wachsen auf unseren Feldern über 80 verschiedene Gemüsesorten, Salate und Kräuter. Feingemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Ackersalat, frühe Salate und Melonen kultivieren wir in 6000 qm Folientunneln.

Insgesamt bewirtschaften wir etwa 20 Hektar Ackerland. Ein Teil davon dient als Reserve- oder Ausgleichsfläche und wird mit Zwischenkulturen /-frucht zum Erhalt der Fruchtbarkeit und Gesundheit des Bodens eingesät.

So erzeugen wir über das Jahr frisches und gesundes Gemüse - Bio-Qualität aus der Region!

25 JAHRE BIO GEMÜSEHOF HÖRZ – EINE CHRONIK

Teil 1: Anlässlich unseres 25jährigen Jubiläums in diesem Jahr möchten wir Sie ein wenig in die Vergangenheit entführen, zurück zu den Anfängen des gemeinsamen Schaffens von Beate und Jörg Hörz. Obwohl der Anfang ja eigentlich viel weiter zurückliegt….

In früheren Zeiten war es üblich, dass große Teile der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig waren. Man hat sich in der Regel aus dem Garten und einem Kartoffelacker selbst versorgt – und auch eine Kuh im Stall war in ländlichen Gegenden eher Normalität als Ausnahme. So sind denn auch die Vorfahren von Beate und Jörg Hörz seit Generationen in der Landwirtschaft tätig gewesen, zumal die Fildern ein klassischer landwirtschaftlicher Standort sind.

Teil 2: Auch in Beates Familie hat Opa Friedrich Grauer wie damals üblich eine kleine Landwirtschaft betrieben. Jörgs Urgroßvater Adam Hörz (geb. 1880) pflügte das Feld mit seinem Pferd. Jörgs Vater Wilhelm Hörz hat zunächst einen klassischen Gemischtbetrieb mit Hühnern, Kühen, Schweinen und Gemüse geführt und vor allem Kraut und Getreide angebaut. Aber auch die Direktvermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse hat schon immer eine große Rolle gespielt. Neben Getreideanbau und Viehhaltung wurde ein kleines Grundsortiment an Gemüse, Bohnen, Kartoffeln, Kräuter und Salat angebaut. Jörg erinnert sich noch daran, wie er als Kind beim Heumachen für die Kühe geholfen und mit seinem Vater Gemüse im Straßenverkauf ausgefahren hat – damals gab es noch keinen Wochenmarkt in Bonlanden.

Teil 3: Vor 45 Jahren hat Jörgs Mutter Anna-Lore angefangen, die land­wirtschaftlichen Produkte auf den Wochenmärkten in Bonlanden und Waldenbuch zu verkaufen. Zusätzlich gab es in den 80er-Jahren dann einen Scheunenverkauf zu Hause auf dem Hof, später in der Oberdorfstraße 4 mit einem Verkaufsstand – als Miete für die somit genutzte Hofeinfahrt wurde damals 1 Gurke und 1 Salat pro Woche vereinbart. J So wurden die Wurzeln für einen Teil der heutigen Vertriebswege unseres Gemüsehofes bereits vor langer Zeit gelegt. Auf diesen Grundlagen durften wir aufbauen.

Teil 4: Jörg hat zunächst eine Lehre als Werkzeugmacher absolviert, aber immer in der Landwirtschaft seines Vaters mitgeholfen und dabei auch seine Liebe zu dieser Tätigkeit entdeckt. Nach der Lehre hat er ein Studium als Agraringenieur an der FH Nürtingen absolviert. Anschließend hat er eine Stelle in der Saatgut-Branche angetreten, hier war er hauptsächlich im Winter als Saatgut- und Jungpflanzen-Verkäufer und Anbauberater tätig. Im Sommer gab es in der elterlichen Landwirtschaft viel zu tun. Aufgrund seiner Beratertätigkeit hat Jörg sehr viele verschiedene Höfe und Betriebe gesehen und die Erfahrungen der Landwirte geteilt und miterlebt. Er hat viele verschiedene Gemüsekulturen und -sorten kennengelernt und dieses Wissen kommt ihm heute im eigenen Betrieb sehr zugute.

Teil 5: Aus diesen Erfahrungen rührt auch Jörgs Experimentierfreude: Bei uns am Hof werden immer wieder neue Sorten angebaut und ausprobiert: Was wächst auf unserem Boden am besten und kommt mit den gegebenen Umweltbedingungen gut zurecht? Dabei geht es auch um Kriterien wie Geschmack, Wuchseigenschaften und natürlich immer um biologischen Anbau. Immer wieder mal werden auch gänzlich neue Kulturen ausprobiert, die bei uns nicht heimisch sind. So kam im letzten Jahr erstmals Ingwer in ein Folienhaus, vor einigen Jahren haben wir einen Versuch mit Süßkartoffeln gemacht, aktuell planen wir den Anbau von Kurkuma. Nicht alles ist praktikabel, manches muss verändert oder auch wieder aufgegeben werden. Jörg Hörz ist Anbauer mit Leib und Seele, in der landwirtschaftlichen Arbeit sieht er eine tiefe Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit, die in unserer modernen Welt oft in Vergessenheit gerät und doch eine wichtige Grundlage unseres Lebens darstellt.

Teil 6: Als Jörg und Beate ein Paar geworden sind, hat Beate am Hof und auf dem Markt mitgeholfen, um alles kennenzulernen. Danach war klar, dass sie in den Betrieb mit einsteigt und so hat sie ihren Beruf als Ergotherapeutin beendet. Im Jahr 1989 wurde der Hof - damals noch im Ortskern von Bonlanden - offiziell von Wilhelm und Anna-Lore an Jörg und Beate übergeben. Es ist ein großes Geschenk für beide Seiten gewesen: Für die ältere Generation, dass das Lebenswerk in der Familie weitergeführt wird. Für die jüngere Generation, weil neben dem Hof auch viel Wissen und Liebe zur Arbeit weitergegeben wurden. Der „Farmer“ von Fendt, den Wilhelm Hörz damals gekauft hat, wird noch heute eingesetzt.

Als Jörg und Beate verheiratet waren und Gedanken an eine Familie aufkamen, wurden die Überlegungen zum biologischen Anbau immer intensiver. Was hinterlassen wir der nächsten Generation, wenn wir so weitermachen wie bisher? Was vor 1950 im Anbau selbstverständlich war, weil es keine Agrochemie gab, hatte nun den Titel „Bio“ bekommen und war eine Besonderheit geworden. Um den Hof verantwortlich zu betreiben und die Schöpfung zu bewahren war klar, dass zukünftig nur Bio-Anbau in Frage kommt.

Teil 7: Jörg und Beate haben Kontakt zum Bioland-Verband aufgenommen und sich informiert, wie die Umstellung funktioniert. Im Bio-Anbau dürfen weder synthetische oder chemische Dünger, noch Pestizide oder Herbizide verwendet werden. Daher gibt es bei einer Umstellung eine Wartezeit von 2 Jahren, in der die Anbauflächen sich regenerieren können, um den hohen Anforderungen des Bioland-Verbandes zu genügen. Das Gemüse wird in dieser Zeit noch nicht als biologisch anerkannt und wird als U-Ware (Ware aus Umstellungsbetrieb) gekennzeichnet. Im Jahr 1995 wurde der Entschluss endgültig getroffen, dem Bioland-Verband beizutreten und ab sofort nur noch Bio-Gemüse anzubauen.

Teil 8: Die Entscheidung für den biologischen Anbau hat sich bereits einige Jahre später als richtig erwiesen. Ein großer Teil der Marktkundschaft konnte von der neuen Bio-Qualität überzeugt werden. Der Absatz von landwirt­schaftlichen Bio-Produkten entwickelte sich erfolgreich, und der Standort im Ortskern wurde zu klein. Die Anlieferung und Abholung mit LKW und auch das Fahren mit landwirtschaftlichen Geräten, Maschinen und Traktoren waren im Wohngebiet der Oberdorfstraße nicht mehr sinnvoll, dort war es einfach zu eng. Also suchten Jörg und Beate nach Erweiterungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. 1996 wurde ein Antrag auf den Bau einer Aussiedlung gestellt. Nach einer intensiven Planungs- und Bauzeit wurden 2003 erste Gebäude errichtet und wir konnten im Herbst 2003 den Hof im Bühlerfeld beziehen. Damit wurde der Grundstein gelegt, weiteres Wachstum im Betrieb zu ermöglichen. Auf der alten Hofstelle im Ortskern wohnen bis heute Jörgs Eltern.

Teil 9: Aufgrund der BSE-Krise war das Interesse an und das Bewusstsein für Bio-Produkte so stark gewachsen, dass die Kapazitäten des Hofes im Nebenerwerbsbetrieb an ihre Grenzen gekommen waren. Die erfolgreiche Aussiedlung des Hofes und die dauerhaft hohe Nachfrage nach Bio-Produkten machten eine Zukunft im Vollerwerb realistisch. Im Jahr 2001 kündigte Jörg daher seine Stelle als Anbauberater und Saatgutverkäufer, um sich ausschließlich dem eigenen Betrieb zu widmen.

Teil 10: Der Lieferservice „Die Grüne Kiste“ ist 1995 entstanden. Auf Anfrage eines Bekannten in Beates Heimat Waldenbuch lieferte sie die ersten Kisten mit Bio-Gemüse vom Hof. Bald packte sie mit der Hilfe eines Nachbarskinds die ersten regelmäßigen Bestellungen auf einer Bierbank in der Garage, schrieb Lieferscheine von Hand und lieferte die Kisten selbst mit dem Privat-PKW in Waldenbuch aus. Irgendwann wurde die Garage zu klein und der erste Umzug in den ehemaligen Kuhstall von Wilhelm Hörz stand an. Nach und nach entstand ein erstes kleines Team, das zunächst bis zu 80 Kisten pro Woche packte und ausfuhr.